Erstmals seit Jahren durften in ein Spiel als Tabellenführer starten und die Auswärtsaufgabe in Kaltehardt erwies sich wie erwartet als schwer, aber machbar. Personell mussten wir einiges ändern, da Lars, Chris und Felix, die in der Vorwoche noch starteten, uns dieses Mal nicht zur Verfügung standen. Nici kehrte auf die „10“ zurück, Ron ging auf den linken Flügel, wodurch Grundi eine Position nach hinten rotierte und Simon kam noch einmal zu einem vorerst letzten Einsatz, da er uns von nun an für mehrere Monate fehlen wird. Dass es ein Verlust für uns ist, unterstrich Simon in seinen gestrigen 90 Minuten mehrmals, doch wir werden andere Lösungen finden. Wie dem auch sei: Wir wollten der Partie ab der ersten Sekunde unseren Stempel aufdrücken und mit einer gewissen Dominanz starten, was uns wirklich gut gelang. Bereits nach 2 Minuten hatten wir die erste kleine Möglichkeit, als Kanschik einen Ball aus 16 Metern über das Tor schoss, nachdem David herrlich in den Rückraum gelegt hatte. Wir machten aber direkt druckvoll weiter und eine überragende Kombination über den linken Flügel brachte uns die frühe Führung. Ron zog nach innen und machte die Bahn frei für Pascal. Köppo spielte einen perfekten Flugball ins Pascals Fuß. Der Abwehrspieler musste sich entscheiden, lief Pascal an und Ron nutzte diese Chance um sich im Rücken von Grundi wieder auf den Flügel zu stehlen. Also legte Grundi den Ball wieder raus, Ron flankte mit dem „schwachen“ Linken aus vollem Lauf und im Zentrum lief Kanschik perfekt ein und schweißte die Murmel als Dropkick mit der Innenseite genau in die Naht des linken Winkels. „Winkel oder Nichts“ – ein Tor der Extraklasse für die Kreisliga A und ein Eindruck dessen, was wir im Stande sind zu spielen. Wir hielten den Druck auch in der Folge hoch und nur ein paar Minuten später brachen wir wieder über außen durch. Diesmal verzögerte Nici geschickt und steckte den perfekten Ball zwischen AV und IV auf Jussi durch, der den Ball scharf und flach vors Tor legte. Kanschik war einschussbereit, doch kurz zuvor nahm ihm ein gegnerisches Abwehrbein die Arbeit ab. 2:0 nach einer Viertelstunde und wir hörten nicht auf. Unser hohes Pressing wurde mehrfach mit Ballgewinnen im letzten Drittel belohnt, ohne dass wir den Ball am Ende brauchbar verwerten konnten. Kanschik scheiterte nach schönem Steckpass von Jussi, Nici scheiterte aus 16 Metern und Davids Querpass kam zu sehr in den Rücken von Flo. Details, die am Ende dazu führten, dass wir doch keinen so ruhigen Nachmittag erlebten, wie es möglich gewesen wäre. Denn nach guten 25 Minuten verloren wir etwas an Spielwitz und kamen selten spielerisch aus der eigenen Hälfte heraus. Der hoch stehende Gegner störte uns so massiv, dass wir ungewohnt oft zum langen Ball griffen und zweite Bälle nicht mehr bei uns ankamen. Kurz vor dem Pausenpfiff wurden die Gastgeber dann auch für ihren Einsatz und Mut belohnt. Zunächst scheiterte der Stürmer noch am Pfosten, doch den Abpraller konnte er schneller erreichen als Joshi, obwohl er am Ende eher Joshis Beine als den Ball traf. Dennoch ging das Leder ins Netz und es stand nur noch 2:1.
Im zweiten Durchgang wollten wir unsere spielerische Linie wiederfinden und beschlossen, den Spielaufbau etwas anders zu gestalten. Glücklicherweise kamen wir wieder gut ins Match und konnten den Gastgebern zügig aufzeigen, dass wir wieder auf dem Niveau der Anfangsphase waren. Keine 10 Minuten waren gespielt, da nutzte Robin seine Räume im Zentrum um den Ball auf den rechten Flügel zu David zu spielen. David nahm den Ball perfekt mit dem ersten Touch in den Lauf mit und zog seinem Gegenspieler davon. Diagonal in die Box einlaufend knallte speedy Schulz die Kugel flach ins lange Eck und der 2-Tore-Abstand war wieder hergestellt. Wir tauschten in der Folge Personal und brachten Berki für Nici und Jakob für den gelb vorbelasteten Robin. Wir änderten nun das System auf dem Papier ein wenig und stellten uns im 4-3-3 auf, ohne dabei in die volle Offensive zu gehen. Man merkte aber mit zunehmender Spieldauer, dass den Gastgebern das kräftezehrende Pressing nun deutlich an die Substanz ging. Immer größer wurden unsere Räume im Zentrum und immer planloser wirkten die Angriffe von Kaltehardt. Alles, was durchkam, landete bei Köppo, der mit gutem Stellungsspiel und Aufmerksamkeit jede Chance entschärfen konnte. Und das, obwohl wir nach 40 Minuten Heini ins Warmmachen geschickt haben, weil unsere Nr. 1 über Beschwerden im Leistenbereich klagte. Doch Köppo hat durchgezogen: Top! Die neuen Räume im Zentrum wussten wir in der letzten halben Stunde oft gut zu nutzen, lediglich der erlösende vierte Treffer wollte nicht fallen. David, der noch zwei Situationen hatte, die ähnlich zu seinem ersten Treffer waren, hat seit 2 Wochen einen Pakt mit dem Aluminium und traf schon wieder zweimal den Pfosten. Also musste Berki es mal wieder richten. Unser Box-to-Box Spieler, der bereits beachtliche 3 Saisontreffer hat, verwandelte einen Ball mit Entschlossenheit, nachdem wir vorher mehrfach an irgendwelchen Beinen oder Körpern gescheitert waren, die der Gegner in die Bälle warf. Am Ende der Kette landete der Ball bei Berki, der trocken vollendete. Also konnten wir die Offensive etwas entlasten. Kanschik verließ das Feld und Ron sollte vorne mit seinem Tempo auf Kontersituationen lauern. Kerim sicherte ab und kam für Justus, der sich wieder einmal voll ausgepowert hatte. In den letzten 20 Minuten kamen wir so zu weiteren Möglichkeiten. Doch entweder ertönte ein Abseitspfiff (zweimal definitiv zu Unrecht, weil wir im Vorfeld einfach nahezu perfekte Steckpässe auf David und Ron gespielt hatten) oder im Abschluss fehlte Kaltschnäuzigkeit. Mal zu eigensinnig, dann wieder zu ungenau im Abspiel. Ein fünfter Treffer sollte also nicht mehr fallen, doch wir haben den Platz an der Sonne mit Bravour verteidigt. Von nun an gilt der Fokus darauf, jedes Spiel mit der entsprechenden Entschlossenheit anzugehen, um konstant unsere Leistung abzurufen. Der September wird nämlich richtig knackig, mit einigen englischen Wochen und anspruchsvollen Gegnern.
Aufstellung: Köppen – Monstadt (73. Özdemir), J. Nast, Schnaubelt, Grundmann – Schulz, Bruckhaus, Beinhoff (62. Schick), Baatz, Jürgens (57. Berk) – Kanschik (71. Sollik)
Sofern nächste Woche in Ruhrtal gespielt werden kann, treffen wir dort um 15:15 auf eine Wittener Mannschaft, die in ihren bisherigen 3 Spielen die Maximalpunktzahl erbeutet hat. Insofern ein echter Härtetest, den es zu bestehen gilt. Unsere Zweite spielt vor uns ebenfalls in Ruhrtal, also freuen wir uns alle über möglichst viele Supporter.
Glück auf und NUR DER RWS!