Wenige Tage nach dem ursprünglichen Termin wurde unsere Partie in Ruhrtal Witten nachgeholt. Unter Flutlicht und auf nagelneuem Kunstrasen trafen zwei Teams aufeinander, die bislang verlustpunktfrei in die Saison gestartet waren und daher waren beide Mannschaften gewarnt und agierten zunächst etwas vorsichtiger. Der Start in die Partie verlief für uns aber dennoch alles andere als entspannt. Nach nichtmal einer Minute wurde Tim im Spielaufbau in einen Zweikampf verwickelt und humpelte anschließend leicht angeschlagen über den Platz. Nach 10 Minuten reagierte das Trainerteam und wechselte vorsichtshalber Lars für Tim ein. Hierbei konnten wir aber die erfreuliche Spielunterbrechung nutzen, die uns David bescherte, als er das 1:0 erzielte. Ein langer Ball führte zu einem Missverständnis zwischen Keeper und Abwehrspieler, „speedy“ Schulz hatte das richtige Bauchgefühl und spitzelte den Ball genau zwischen den beiden Gegenspielern her und die Murmel trudelte ins Tor. Im Anschluss lief das Spiel weitestgehend ereignisarm weiter. Die Gastgeber zogen sich zurück und schlugen quasi jeden Ball lang nach vorne und wir gingen noch nicht richtig ins Risiko. Unsere Passquote war ausbaufähig, weshalb wir immer wieder viel in Bewegung waren. Einerseits wollten wir vorne anlaufen, andererseits wurden die langen Bälle raketenartig über das ganze Spielfeld geschlagen. Das führte auch dazu, dass die Abstände unserer Ketten oftmals nicht eng genug waren, was auch Ruhrtal erkannte. In Minute 24 spielten die Wittener mal einen tiefen Flachpass zwischen unsere Ketten. Der anschließende Steckpass auf den aus abseitsverdächtiger Position startenden Stürmer kam ebenfalls an und der Angreifer knallte den Ball aus kurzer Distanz und spitzem Winkel in die kurze Ecke. Wir merkten nun, dass Ruhrtal durchaus gefährlich sein kann, waren aber um Spielkontrolle und Ballbesitz bemüht. Gute 10 Minuten später spielten wir den Ball mal auf links durch, wo Grundi vom Sechzehnereck den Ball auf den zweiten Pfosten flankte. Kanschik schraubte sich hoch und legte den Ball per Kopf zu Felix. Sein Schuss wurde geblockt doch über Umwege kam er nochmal an den Ball und knallte diesen Volley ins Netz. Wir schienen jetzt wieder auf Kurs, doch verpassten es, uns weitere gute Tormöglichkeiten herauszuspielen. Auf der anderen Seite hatte Joshi und Tatze die langen Bälle gut im Griff, in dem sie sich gegenseitig absicherten. Und wenn doch mal ein Ball verlängert werden konnte, wirkten Heini, Justus und Pascal so aufmerksam mit, dass nichts anbrannte.
In der Halbzeit nahmen wir einen Wechsel vor und brachten Marino für Batze, der etwas offensiver die Lücke zwischen Angriff und Sechser schließen und uns weitere spielerische Kontrolle bringen sollte. So richtig gut kamen wir aber nicht in den zweiten Durchgang. Wir änderten noch etwas an unserem Pressingverhalten, aber fanden keinen wirklichen Zugriff. Das Ergebnis war der Ausgleich. Ruhrtal spielte den Ball auf außen durch, legte quer und staubte ab. Jetzt wirkten wir völlig von der Rolle und liefen immer wieder in brandgefährliche Kontersituationen. Wir stellten nochmal um und brachten mit Nici für Kanschik nun einen echten „Zehner“ ins Match, doch kurz darauf gab es erstmal die kalte Dusche. Ein feiner curved-Ball auf dem linken Flügel der Gastgeber schickte den Außenstürmer auf die Reise. Das Ergebnis: er konnte den Ball quer rüber legen und anschließend stand es 3:2. Insgesamt beschränkte sich Ruhrtal meist auf lange Bälle, schnelle Spieler und den Glauben an den lieben Gott. Dieses Tor jedoch spielten sie fein heraus. Umso höher wurde der Druck, hier noch etwas Zählbares mitzunehmen. Daran mitwirken sollten nun auch Paul und Dollo. Außerdem stellten wir auf Dreierkette um, damit Pauletta als zweite Sturmspitze Anspielmöglichkeiten anbieten kann. Jetzt gehörte der Ball eigentlich fast nur noch uns, doch zunächst versuchten wir es zu oft mit der Brechstange. Harmlose Chip-Bälle aus dem Halbfeld hinter die tief stehende Kette sorgten für keinerlei Gefahr. Die beste Szene hatte Felix, doch er fand den Knopf zum Abschluss Bruchteile einer Sekunde zu spät und konnte den Ball daher nicht mehr aufs Tor bringen. Besser machte es dann Nici: Er schnappte sich halb rechts den Ball, dribbelte Richtung Sechzehner und legte den Ball butterweich und doch straff mit links in den rechten oberen Giebel. Absolut verdient und für uns nochmal der Moment, in dem der Glaube zurückkam. 5 Minuten Restspielzeit und gute 5 Minuten Nachspielzeit waren noch zu gehen und wir mussten den gefährlichen Spagat aus kontrollierter Offensive und gesunder Restverteidigung hinbekommen, glaubten wir schließlich noch daran, dieses Spiel gewinnen zu können. Richtig gefährliche Abschlussaktionen konnten wir aber nicht mehr kreieren. Gelegentlich wurde es gefährlich, als der Ball nach Standards oder Flanken durch den Sechzehner irrte oder Pauls Querpass drei Meter vor dem Tor an Freund und Feind vorbei ging, doch einen Abschluss bekamen wir nicht mehr hin. Kurz vor Schluss wurde Heini dann noch übel in der Luft angegangen, als er einen langen Halbfeldfreistoß souverän aus der Luft pflückte. In der Folge gab es eine kleine, hitzige Rudelbildung und einen völlig unnötigen Schubser gegen Robin, woraufhin Ruhrtal die letzten 2 Minuten zu Zehnt überstehen musste. Auch wenn sich das Ergebnis nach diesem Spiel wie ein kleiner Dämpfer anfühlt, haben wir trotz der Rückschläge nicht aufgesteckt, einen Punkt mitgenommen und bleiben auch nach 5 Spieltagen noch ungeschlagen.
Aufstellung: Bäumer – Monstadt, Grundmann, J. Nast, Kalkühler (11. L. Sollik / 78. Askemper) – Baatz (46. Ivakovic), Beinhoff, Kanschik (59. Jürgens), Schulz, Bruckhaus (73. J. Sollik) – Narberhaus
Bereits am Sonntag geht knackig weiter. Der Drittplatzierte aus Wilhelmshöhe gastiert „Anne Kemnader“ und möchte sicherlich in der Tabelle an uns vorbeiziehen. Das werden wir zu verhindern wissen, freuen uns dabei aber wie gewohnt über reichlich Unterstützung.
Glück auf und NUR DER RWS!