Im Mittelmaß der Tabelle steckt Langendreer derzeit fest, doch ein genauerer Blick auf die Ergebnisse zeigt, dass oftmals nicht viel fehlte, um mit einer höheren Punkteausbeute dazustehen. Dementsprechend waren wir gewarnt und erwarteten ein bissigen Gegner, der uns vor allem pressen wird. Doch das Spiel verlief zumindest im ersten Durchgang anders. Offenbar hatten wir uns den nötigen Respekt verschafft, der den Gegner zunächst abwarten ließ. Wir versuchten also aus kontrolliertem Spielaufbau Chancen zu kreieren, taten uns damit aber anfangs etwas schwer. Mehr Ballbesitz führte aber zumindest dazu, dass wir potenzielle Gefahr von unserem Tor fernhielten. Nur einmal mussten wir die Luft anhalten: Ein hoher und langer Ball kam genau aus der Sonne, Joshi erwischte ihn in der Luft nicht und ein Gegner lief alleine Richtung Tor. Flo, der gestern erneut im Tor stand, stellte den Gegner gut, tauchte ab und zwang den Angreifer nach außen. Dann kam Lars zu Hilfe und räumte den Ball ab. Wir hingegen hatten offensiv immer wieder Halbchancen, als wir uns auf den Flügel kombinierten und unsere Hereingaben von rechts und links leider immer nur der falschen Stutzenfarbe in die Füße fielen. Insbesondere in der Phase zwischen Minute 15 und Minute 35 sprühten wir Dominanz aus uns ließen das Leder gut laufen. Vor allem rund um die Box des Gegners gab es jetzt immer wieder gefällige Ballstaffetten, was fehlte war die nötige Tiefe oder der Mut zum Abschluss. Dollo zögerte zu lange, Bens Freistoß war zu harmlos und Marinos Abschluss von halblinks strich am Gehäuse vorbei. Zum Ende dieser Phase netzte Dollo dann endlich ein, doch dieser Treffer wurde aufgrund einer Abseitsstellung vom Schiri wieder eingesackt. Ebenfalls im Abseits soll David nach einer guten Verlagerung von Manni gestanden haben – zweifelhaft aber ok. Zum Ende des ersten Durchgangs drückte uns Langendreer etwas hinten raus, kam sogar zu eigenen Eckbällen, wurde aber nicht mehr gefährlich.
Wir wollten wenig verändern und uns für unsere Mühen endlich belohnen, brauchten aber dieses Mal (wie so oft) 5 Minuten um in Durchgang zwei anzukommen. Langendreer wechselte seine Spielweise und lief uns nun, wie eigentlich von Anfang an erwartet, vorne an. Die neu gewonnen Räume wussten wir nach kurzer Neuorientierung jetzt gut zu nutzen. Als Robin Dollo auf dem linken Flügel schickte, nutzte Jan seinen Körper und sein Tempo, zog dem Abwehrspieler davon und nagelte das Leder oben in die Ecke. Die verdiente Führung, die uns nun noch mehr Sicherheit geben sollte. Um die neuen Räume noch besser nutzen zu können, entschied sich das Trainerteam für neues Personal. Felix als echte Spitze, Henry mit seinem Tempo für den linken Flügel und Conni mit seiner Erfahrung und Übersicht als Strippenzieher im Mittelfeld. Doch dieser Plan ging zunächst nicht wirklich auf. Zu hektisch im Spielaufbau und taktisch zu undiszipliniert. Deswegen ging es eine Zeit lang „hin und her“ und wir hatten keine Struktur in unseren Angriffen. Hinten räumte Joshi fleißig alles weg, was sich in seinem Radius bewegte und verhinderte Großchancen der Gastgeber. Doch wie in Durchgang 1 mussten wir auch in der zweiten Hälfte einmal kräftig die Luft anhalten. Nach einem Angriff über links fand der Querpass sein Ziel. 3 Meter frei vor dem leeren Tor, doch Flo tauchte ab und holte das Leder aus der Ecke. Riesig! Es gab sogar noch den Nachschuss, doch diesen konnte Joshi artistisch abwehren. Wir verpassten es, den Sack zuzumachen und erneut war es ein Abseitspfiff gegen Felix, nachdem Consi wunderbar durchgesteckt hatte, der uns einen Strich durch die Rechnung machte. Und plötzlich war es geschehen. Nach einer Standardsituation der Gastgeber konnten wir den Ball zunächst abwehren. Das Spielgerät landete jedoch etwa 20 Meter vor dem Tor, tickte einmal auf und wurde dann aus der Luft aufs Tor gedroschen. Flo hatte keine Chance, als der Ball im Winkel einschlug und Langendreer unsere dünne Führung nun egalisierte. Jetzt wurde die Partie richtig hektisch, weil Langendreer plötzlich an einen Sieg glaubte, wir aber nicht schon wieder Punkte liegen lassen wollten. Kerim kam für den ausgelaugten Marino auf die LV-Position und außen glaubten alle daran, dass wir noch einen Treffer erzielen werden. Auch wenn die Gastgeber jetzt auch vermehrt zu ansatzweise gefährlichen Abschlüssen kamen, blieben wir unserem Stil treu und wollten deren Offensivdrang zu unseren Gunsten nutzen. In der 87. Minute fiel dann auch verdientermaßen der erneute Führungstreffer. Nach feinem Pass von Consi lief Felix über halblinks Richtung Sechzehner, nahm den Kopf hoch und bugsierte das Leder eine Station weiter nach rechts, wo David sich postiert hatte. David nahm den Ball nochmal mit ins Dribbling, zog nach innen und schloss beherzt mit links ab. Ekstase auf der Bank und dem Spielfeld, doch noch waren ein paar Minuten zu gehen. Die Emotionen schwappten aufs Spielfeld über und ein Spieler der Gastgeber ließ sich zu einem üblen Tritt in Davids Hacke hinreißen, sah berechtigterweise die rote Karte und schwächte Langendreer noch zusätzlich. Pähler kam jetzt noch zu seinem Liga-Debüt und sollte lange Bälle aus der Luft klären, denn die Brechstange war das Einzige, was den Gastgebern jetzt noch blieb. Als Langendreer nun völlig vorgerückt war, setzten wir den Schlusspunkt: Ein langer klärender Ball von uns ging ins linke Halbfeld, David zog von rechts rüber, nahm den Ball mit und in einer 3:1 Situation liefen wir Richtung Tor. Consi postierte sich in der Mitte, David spielte quer und um den Keeper zu irritieren ließ Consi den Ball durch die Beine weiterlaufen zu Henry, der sich ebenfalls zum Abschluss in Stellung gebracht hat. Zack, 3:1 und die nächsten 3 Punkte auf dem Konto. Ein schwerer aber verdienter Sieg.
Aufstellung: Mertens – Grundmann, J. Nast, L. Sollik, Ivakovic (85. Özdemir) – Schulz, J. Sollik (66. Häusser), Beinhoff, Schick (66. Ehrhardt), Kalkühler (92. Pähler) – Giesa (61. Narberhaus)
Nächstes Woche spielen wir zu Hause um die nächsten 3 Punkte. Zu Gast sind die stark gestarteten Aufsteiger vom TuS Blankenstein, um ihren Toptorjäger Laurin Cielma. Wir wollen uns weiter oben festsetzen und freuen uns, wenn ihr uns dabei unterstützt. 15:15 Anstoß „Anne Kemnader“.
Glück auf und NUR DER RWS!